Basisinformationen

Basisinformationen rund ums Studium

Studieninteressierte haben nicht nur die Wahl zwischen einer Vielzahl von Studiengängen und -orten. Sie müssen sich auch mit zahlreichen Regelungen und Begriffen, Terminen und Verfahren auseinandersetzen. An dieser Stelle soll ein Überblick eine erste Orientierung ermöglichen.

Aufgrund der kontinuierlichen Änderungen und Neuerungen sollen zentrale Themengebiete im Folgenden zunächst auf allgemeinem Niveau beschrieben werden. Für weiterführende Informationen können die Seiten der Zentralen Studienberatungen – www.zsb-in-nrw.de – sowie die Seite des zuständigen Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein- Westfalen (MKW) unter www.mkw.nrw besucht werden.

Vielfalt der Studiengänge

Die Anzahl der Studiengänge ist seit der Einführung des Bachelor-/Master-Systems deutlich gestiegen. Hauptursache ist die gestufte Studienstruktur im Master, die eine höhere Spezialisierung ermöglicht. Bundesweit gibt es aktuell über 10.000 und allein in NRW an die 2.100 grundständige Studiengänge, die an den unterschiedlichen Hochschultypen studiert werden können.

Aufgrund dieser Vielzahl von Möglichkeiten bei der Studienwahl ist eine fundierte Studienorientierung wichtiger als je zuvor.

Hierbei können neben Gesprächen bei den Zentralen Studienberatungen der Hochschulen auch Onlinetools wie beispielsweise der Studifinder bzw. das Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, der Hochschulkompass oder die Seite des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft hilfreich sein.

Fachhochschule und Universität

Mittlerweile sind die Abschlüsse in gestuften Studiengängen – unabhängig vom Hochschultyp, an dem sie erworben wurden – gleichwertig und ohne einen qualitativen Unterschied wie z. B. bei Diplomen. Dies führt zu einer höheren Durchlässigkeit im System, d. h. dass Wechsel zwischen den verschiedenen Hochschulen/Hochschultypen möglich sind.

Unterschiedlich ist aber weiterhin der Weg, der zum Abschluss führt: An den Fachhochschulen ist das Studium eher praxisund anwendungsorientiert, während an den Universitäten nach wie vor der Hauptfokus auf wissenschaftlicher Theoriebildung und Forschung liegt.

Ferner unterscheiden sich die Hochschulen hinsichtlich der Größe und des Studienangebotes: An der Mehrzahl der Universitäten in NRW sind jeweils über 30.000 Studierende in teils über 200 Studiengängen immatrikuliert. Ein Großteil der Fachhochschulen in NRW verzeichnet jeweils zwischen 5.000 und 10.000 Studierende, die in ca. 20 bis 50 grundständige Studiengänge eingeschrieben sind. Dabei ist zu beachten, dass nach wie vor einige Studiengänge den Universitäten vorbehalten sind, z. B. Medizin, Psychologie, Rechtswissenschaft und das Lehramt für allgemeinbildende Schulen.

Oberbegriff „Hochschule”

Hochschule ist der Oberbegriff für Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs. Man unterscheidet im Allgemeinen wissenschaftliche, wissenschaftlichanwendungsorientierte und künstlerisch orientierte Hochschulen.

Unter dem Oberbegriff verbergen sich zahlreiche Hochschularten. Am weitesten verbreitet sind die Hochschultypen Universität, Fachhochschule und Kunst- und Musikhochschule.

Bachelor und Master

Nahezu alle Studiengänge in Deutschland sind Teil des gestuften Studiensystems. Dabei wird zuerst ein Bachelor-Abschluss angestrebt, auf den aufbauend ein Master-Studium folgen kann. Bereits der Bachelor-Abschluss ist ein berufsqualifizierender, akademischer Abschluss, mit dem der Einstieg ins Berufsleben direkt erfolgen kann.

Je nach inhaltlicher Ausrichtung der Studiengänge werden verschiedene Abschlüsse wie z. B. Bachelor/Master of Arts (B. A./M. A.), of Science (B. Sc./M. Sc.), of Engineering (B. Eng./M. Eng.) vergeben. Das Lehramtsstudium wird mit dem Master of Education (M. Ed.) abgeschlossen.

Die Regelstudienzeit der einzelnen Bachelor- und Master-Studiengänge kann variieren (6 bis 8 Semester im Bachelor und 2 bis 4 Semester im Master). Die Regelstudienzeit bis zum Abschluss eines Master-Studiengangs beträgt jedoch immer mindestens 10 Semester.

Zugangsberechtigung für das Studium

Neben unterschiedlichen Hochschulformen existieren auch unterschiedliche Formen der Hochschulzugangsberechtigung. Der traditionelle Weg an die Hochschulen ist die Allgemeine Hochschulreife. Mit dieser ist ein Studium an jeder Hochschule – also sowohl Universität als auch Fachhochschule – möglich.

Mit der Fachhochschulreife, die in der Regel aus einem schulischen Teil und einem berufspraktischen Teil besteht, kann ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden. Der Anteil an fachgebundenen (Fach-)Hochschulreifen wird heutzutage immer geringer. Das Zeugnis dieses Abschlusses weist explizit aus, welche Studiengänge oder Studienfelder studiert werden können.

Doch auch ohne formale Hochschulzugangsberechtigung ist ein Studium möglich: über den Weg der beruflichen Qualifizierung. Nach Erwerb eines Bachelor-Abschlusses an einer Fachhochschule können Studierende mit Fachhochschulreife im Anschluss einen Master-Studiengang oder auch einen weiteren Bachelor-Studiengang an einer Universität belegen.

Bewerbung und Einschreibung/ Bewerbungs- und Zulassungsverfahren

Bewerbung und Einschreibung

Alle Angelegenheiten, die den formalen Status von Studierenden betreffen, werden von Studierendensekretariaten bzw. Studienbüros verwaltet. Hierzu gehören u. a.: Bewerbung und Einschreibung, Fachwechsel, Rückmeldung, Beurlaubung und Exmatrikulation.

Bei der Studienwahl gilt es zunächst zu beachten, ob es sich bei dem gewünschten Studiengang um einen zulassungsfreien oder zulassungsbeschränkten Studiengang handelt. Denn die Zugangsbeschränkungen zu einzelnen Studiengängen/- fächern können je nach Hochschule variieren.

Einheitlich geregelt ist das Bewerbungsverfahren bei zulassungsbeschränkten Studiengängen. Die Bewerbungsfristen sind bundesweit einheitlich: Bei Bewerbungen zum Wintersemester endet die Frist am 15.07., zum Sommersemester am 15.01. eines jeden Jahres.

Im Anschluss an die Bewerbungsphase wird das Orts-NC-Verfahren (die örtlich notenbezogene Zulassungsbeschränkung) durchgeführt, wonach die NC-Werte für das jeweilige Studienjahr ermittelt werden. Die Vergabe der Studienplätze erfolgt zu 20 Prozent über die (Fach-)Abiturdurchschnittsnote und zu 20 Prozent über den Faktor Wartezeit. Über die Vergabeart für die verbleibenden 60 Prozent können die Hochschulen frei entscheiden. In einer Vielzahl der Fälle werden diese dem Faktor (Fach-)Abiturdurchschnittsnote zugeschlagen.

Für die Studiengänge Humanmedizin, Tiermedizin, Zahn - medizin und Pharmazie werden zentral bundesweite NCVerfahren durch die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart. de) durchgeführt. Bei diesem Verfahren gilt für sogenannte „Alt-Abiturienten“ die gesonderte Bewerbungsfrist zum 31.05. eines jeden Jahres.

Immer mehr Hochschulen in NRW nutzen mit ausgesuchten Studiengängen auch für die Orts-NC-Verfahren das von der Stiftung für Hochschulzulassung koordinierte „Dialogorientierte Serviceverfahren“ (DOSV) zur Vergabe ihrer Studienplätze.

Bei zulassungsfreien Studiengängen obliegt es den einzelnen Hochschulen, Bewerbungs- und Anmeldefristen zu setzen und das Verfahren zu organisieren. An manchen Hochschulen bedarf es auch hier einer formalen „Bewerbung“, auf die dann automatisch eine Zulassung erfolgt. An vielen Universitäten ist lediglich eine Anmeldung bzw. eine Registrierung oder eine direkte Einschreibung erforderlich. Die Modalitäten sollten unbedingt im Vorfeld erfragt oder recherchiert werden. Für beruflich qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber gelten oftmals gesonderte Bewerbungsmodalitäten und -fristen. Weitere Informationen bietet u. a. die folgende Seite: www.hochschulkompass.de/studium/bewerbung-zulassung.html

Eignungsprüfungen für ausgewählte Fächer

Bei einigen Studiengängen müssen vor Aufnahme des Studiums Eignungsprüfungen absolviert werden, um eine Zulassung zu erhalten. Diese Eignungsprüfungen dienen dazu, Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber zu überprüfen, die in der Regel in der Schule nicht oder nur im begrenzten Rahmen überprüft werden können.

Eignungsprüfungen sind insbesondere, aber nicht ausschließlich, in den künstlerischen, musikalischen und sportlichen Studiengängen Voraussetzung. Auch Studiengänge wie z. B. Design oder Architektur können eine Eignungsprüfung durchführen. Nähere Informationen zu den Terminen und Bedingungen der Prüfungen geben die jeweiligen Hochschulen bzw. deren Homepages.

Vorpraktika, Sprachkenntnisse und Online- Self-Assessments

Fachbezogene Vorpraktika und Nachweise über Sprachkenntnisse sind für einige Studiengänge Voraussetzung. Für manche Studiengänge besteht die Auflage, die Eignung für den gewünschten Studiengang durch Durchlaufen eines Online- Self-Assessments zu überprüfen.

Wichtig ist es, sich vorab zu informieren, welche Nachweise zu erbringen sind und zu welchem Zeitpunkt diese vorliegen müssen.

Dabei ist zu beachten, dass Sprachnachweise nicht ausschließlich beim Studium einer bestimmten Sprachwissenschaft nachgewiesen werden müssen, sondern beispielsweise auch dann, wenn Teile des Studiums nicht in deutscher Sprache durchgeführt werden. Entsprechende Informationen sind bei den jeweiligen Hochschulen erhältlich (Zulassungsvoraussetzungen in den Informationen zum Studiengang beachten).

Duales und triales Studium

Die Bedeutung von dualen Studiengängen wächst in den letzten Jahren stetig. „Dual“ bedeutet dabei, dass akademisches Lernen und der Erwerb beruflicher Kenntnisse miteinander verzahnt werden. Dabei sind die Inhalte von Praxis und Studium in der Regel eng miteinander verbunden. Die Gewichtung der theoretischen und praktischen Anteile ist jedoch sehr unterschiedlich. So reicht die Bandbreite von ausbildungsintegrierten Studiengängen, bei denen neben dem Studien- auch ein Berufsabschluss in einem Ausbildungsberuf erlangt wird, über praxisintegrierte Studiengänge, bei denen längere Praxisphasen ins Studium eingebaut sind, bis hin zu berufsintegrierten Studiengängen, die eine berufliche Ausbildung bereits voraussetzen.

Auch die zeitliche Organisation und damit verbunden die jeweilige Regelstudienzeit kann je nach Modell stark variieren. So verfügen integrierte Modelle, die in der Regel in Blockform oder im Rahmen einer Arbeitswoche stattfinden, oftmals über eine höhere Regelstudienzeit als ausbildungs-/praxisbegleitende Modelle, die an Abend- und Wochenendstunden stattfinden.

Ein triales Studium kann in handwerklichen Berufen durchgeführt werden. Parallel werden dabei nicht nur die Lehre und das Studium angestrebt, sondern gleichzeitig auch der Meisterbrief.

Studieren mit Beeinträchtigung

Um einer weiter wachsenden Diversität in der Studierendenschaft gerecht zu werden, sind verschiedene Unterstützungsformate für Studierende und Studieninteressierte in besonderen Lebenssituationen installiert worden. So soll auch vermieden werden, dass Studieninteressierte in diesen Lebenssituationen davon absehen, ein Studium aufzunehmen.

Im Sinne der Chancengleichheit haben Studieninteressierte und Studierende mit einer chronischen Erkrankung oder einer Beeinträchtigung/Behinderung die Möglichkeit, sowohl bei der Bewerbung um einen Studienplatz als auch zu einem späteren Zeitpunkt – bei der Erbringung von Prüfungs- und Studienleistungen – einen Härtefallantrag oder einen Antrag auf Nachteilsausgleich zu stellen. Die Hochschulen bieten auch hierzu Beratung und Unterstützung an.

Studieren mit Kind

An einer Vielzahl von Hochschulen wurden bereits unterschiedliche Möglichkeiten der Kinderbetreuung geschaffen, um Studierende mit Kindern zu unterstützen und ihnen ein Studium zu ermöglichen. An vielen Hochschulen gibt es Stillund Ruheräume. Zudem finden Betreuungspflichtige auch in den Studien- und Prüfungsordnungen Berücksichtigung.

Programme für Geflüchtete

Programm für Geflüchtete

Aktuell bieten viele Hochschulen spezielle Programme zur Integration Geflüchteter an. Unter den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, sind viele, die im Heimatland eine Hochschulzugangsberechtigung erworben oder bereits ein Studium begonnen oder gar abgeschlossen haben.

Die Hochschulen der Metropole Ruhr unterstützen Geflüchtete auf ihrem Weg ins Studium mit gezielten Angeboten: von der Bewerbung bis hin zu Sprachkursen.

Weitere Informationen und Ansprechpartner sind in der Handreichung der Hochschulrektorenkonferenz "Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen"  zu finden.

Über das Portfolio an Unterstützungsmöglichkeiten informieren die jeweiligen Hochschulen. Die Zentralen Studienberatungen übernehmen gerne eine Lotsenfunktion bei der Suche nach den passenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern.

Weitere Informationen und Ansprechpartner sind u. a. in der Handreichung der Hochschulrektorenkonferenz „Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen“ zu finden:

Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen.

Ruhr-Universität Bochum

Unterstützung für studieninteressierte Flüchtlinge an der RUB

Fachhochschule Dortmund

Technische Universität Dortmund

Universität Duisburg-Essen

Westfälische Hochschule

Hochschule Ruhr West

Die Zentralen Studienberatungen übernehmen gerne eine Lotsenfunktion bei der Suche nach den passenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern.

Ruhr-Universität Bochum

Fachhochschule Dortmund

Technische Universität Dortmund

Universität Duisburg-Essen

Westfälische Hochschule

Hochschule Ruhr West